Cornelius Obonya

Cornelius Obonya singt Lieder und Balladen von Hanns Eisler und Kurt Weill und rezitiert Texte von Anton Kuh, Carl Zuckmayer, Kurt Tucholsky u.A.
Das Ballaststofforchester Salzburg hat zusammen mit dem derzeitigen Jedermann der Salzburger Festspiele Cornelius Obonya ein Programm mit dem Titel „Morgen muß ich fort von hier“ erarbeitet. Die Premiere gab es im April 2014 mit großem Erfolg im RadioKulturhaus in Wien.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten war auch in Österreich die Situation für jüdische Künstler und alle Kulturschaffenden, deren Kunst als entartet angesehen wurde, fatal. Sie mussten fluchtartig das Land verlassen und so verstummte hierzulande für viele Jahre ein Gutteil der Musik und Literatur, der bis dahin den Ton angegeben hatte.
Die Verfolgung von Musikern und Literaten traf die leichte und die ernste Richtung. Der Exodus bedeutender Künstler hat auf allen Gebieten des deutschen und des „angeschlossenen“ österreichischen Kulturlebens empfindliche Lücken gerissen, über die sich auch dieExperten der Repression vorher keine genaue Vorstellung verschafft hatten. Im Bereich der Moderne fürchtete man die Verluste nicht, man wollte sie sogar. Die Avantgarde wurde als Prototyp des „Entarteten“ betrachtet.


Das Programm gibt einen Querschnitt von der sogenannten „Ernsten“ über die „Unterhaltungs-Musik“ bis hin zur „Negermusik“, die man in dieser Zeit in Österreich nur unter Gefährdung des eigenen Lebens hören konnte. Zwischen den Musikstücken liest Cornelius Obonya Texte von Anton Kuh, Erich Kästner, Carl Zuckmayer und anderen Literaten, deren Bücher damals natürlich auch verboten waren.

Cornelius Obonya & Das Ballaststofforchester auf Video mit Ausschnitten aus dem Programm: Morgen muß ich fort von hier